Im Geiste verwurzelt
Gräfenberg – Fränkische Schweiz
[14.04.26]
In der südlichen Fränkischen Schweiz betreiben Susanne und Claudio Pingold ihre Land- und Forstwirtschaft, zu der eine Edelbrennerei gehört. Ihre Destillate aus dem eigenen sonnengereiften Obst erfreut Liebhaber weit über die Grenzen Frankens hinaus.
Um ein Haar hätte der Haussegen schief gehangen.
Damals, als Susanne Pingolds Vater Hans 1978 das Brennrecht zum gleichnamigen Hof erwarb. Die Eltern hatten gerade das Haus neu gebaut, entsprechend knapp war die Kasse. Und ausgerechnet jetzt ergab sich die Gelegenheit, mit der Hans längst geliebäugelt hatte.
Nun muss man wissen, dass ein Brennrecht damals nicht einfach zu bekommen war – also griff er die Gelegenheit beim Schopf, trotz Bedenken seiner Frau Gunda.

Für Tochter Susanne Pingold stand bereits früh fest, dass sie den Hof zusammen mit der Brennerei übernehmen würde. Der „GenussHof Pingold“ liegt malerisch am Ortsrand von Lilling in der südlichen Fränkischen Schweiz. Er wird in der 7. Generationen von Susanne und Claudio bewirtschaftet. Im 40 Hektar großen Betrieb dreht sich neben der Gästevermietung alles um den Anbau von Hopfen, Süßkirschen, Äpfel, Birnen, Zwetschgen und Renekloden
Neue Brennerei und Brennerkurs
Noch bevor Claudio in die Fußstapfen seines Schwiegervaters trat, investierte Susanne 2008 zum 30jährigen Jubiläum in eine schicke und qualitativ sehr hochwertige neue Brennerei aus glänzendem Kupfer. Claudio wollte die Alchemie von der Pike auf lernen und besuchte 2013 einen Brennerkurs an der Universität Hohenheim, wo vor allem die qualitätsbewusste Durchführung von Destillationen der Obst- und Getreidemaischen vermittelt wird.


Inzwischen schreiben die Pingolds 46 Jahre Brennerei-Geschichte. Neben den bekannten und beliebten Sorten Williams-Christ, Kirsche und Zwetschge warten sie mit sehr besonderen Destillaten auf: einem klaren Kräuterschnaps, der seit 1978 durchgängig im Programm ist und für gute Verdauung sorgt. Auch der „Frankenflirt“ ist eine echte Pretiose: destilliert aus einer sortenreinen Kirschmaische, anschließend mit Kirschen versetzt und nach ca. acht Wochen gefiltert, was ihm seine tiefrote Farbe verleiht. Dass er sich aufgrund der nachträglichen Zugabe nur „Spirituose“ nennen darf, wurmt Claudio ein wenig – denn seine Qualität entspricht einem sehr hochwertigen Brand.
Hofladen und Tagungen


Neben den Bränden und Likören bietet Familie Pingold in ihrem Hofladen hausgemachte Marmeladen, eingelegte Früchte, Chutneys, Essigvariationen und von September bis Juni ihre selbstgemachten „Lillinger Pralinen“ aus Hopfen, Himbeeren und anderen Ingredienzien an. Regelmäßig kommen Gruppen, um mehr über das Brennen zu erfahren und auch Hausgäste weiht Claudio gerne in die Kunst der Brennerei ein. Kürzlich haben die beiden die alte Hofwerkstatt in einen modernen Tagungsraum umgewandelt. Die alte Werkbank von Hans, der mittlerweile nicht mehr lebt, wurde zu einer Anrichte umfunktioniert: „Uns ist die Wertschöpfung aus den gewachsenen Strukturen wichtig“, erklärt Susanne: „wir möchten authentisch sein, bei allem, was wir anbieten!“
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