Freilandhaltung der Hoftiere
Mit kleinen und großen Schritten in die Zukunft

6 Ferienhöfe mit nachhaltigen Ideen und Visionen

Nachhaltigkeit als Erlebnis beim Blauen Gockel

Wie oft im Alltag fühlt man sich als verschwindend kleines Zahnrad im unübersichtlich großen Getriebe der Zivilisation. Je komplexer das Leben und dessen Auswirkungen auf Natur und Ökosystem geworden ist, desto stärker schwindet der Glaube daran, mit dem eigenen Handeln etwas zu bewegen. Um nicht aus den Augen zu verlieren, wie wir alle gemeinsam ein lebenswertes Morgen gestalten können, lohnt sich der Blick raus aus den effizienzgetriebenen Städten und hin zum eher ursprünglichen Leben und Arbeiten auf dem Land. Mit Weitblick und verschiedenen Ansätzen rüsten die Gastgeber vom Blauen Gockel sich und ihre Landwirtschaft für eine umweltverträgliche Zukunft.

Was konkret im abstrakten Wort Nachhaltigkeit steckt, machen sie auf vielen Ebenen sicht- und erlebbar. Hier können Urlauber in den Ferien ganz nebenbei Wissenswertes über enkeltaugliches Leben und Handeln, nachhaltige Energiegewinnung, den verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln und Ressourcen, ihre Wiederverwertbarkeit in einer Kreislaufwirtschaft, den Schutz von Artenvielfalt und Lebensraum lernen. Und all das, während sie bei der Auszeit in der Idylle und Schönheit der verschiedensten bayerischen Traumkulissen zur Ruhe kommen!

Mit regionalem Aktivismus die Zukunft sichern

Der Ferienbauernhof Ohr in Colmberg - Romantisches Franken

Im Naturpark Frankenhöhe prägt der Flusslauf der Altmühl das kleine Tal um den charmanten Ort Colmberg-Binzwangen, wo der Ferienbauernhof Ohr Urlaubern acht verschiedene Unterkünfte für jeden Geschmack bietet. Aus den Anfängen um das Jahr 1882 ist nicht nur das historische Bauernhaus geblieben, sondern zum Beispiel auch ein altes renoviertes Schusterhaus und eine ausgebaute Scheune in Anlehnung an die typisch fränkische Fachwerkbauweise. Neben dem Ferienbetrieb widmet sich die vierköpfige Gastgeberfamilie von ganzem Herzen der Landwirtschaft mit dem Anbau von Getreide, Erbsen und Mais, über dessen Ertrag sich besonders die Schwäbisch-Hallischen Schweine freuen.

Als Mitglied der bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall sieht die Familie ihre Verantwortung in der Produktion von gesunden Lebensmitteln in Einklang mit der Natur. „Dazu gehört selbstverständlich die artgerechte Tierhaltung, enkeltaugliches Wirtschaften und die Erhaltung der alten Schweinerasse, deren Fleisch unsere Ansprüche an besonders hohe Qualität und Regionalität für unsere hofeigenen Produkte erfüllt“, so Seniorbauer Rainer Ohr. Weil der Klimawandel auch hier schon spürbar ist, sorgen sie außerdem in ihrem eigenen Waldstück mit Aufforstung von angepassten und klimabeständigen Baumpflanzen dafür, die Artenvielfalt zu erhalten und damit die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen.

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Urlaub im Reich der Bienen

Der Bienenkorb in Blaichach - Allgäu:

Mit dem ersten Schritt durch den wabenförimgen Torbogen, im Vorgarten des schicken holzvertäfelten Hauses im Grünen, betritt man die Welt des Bienenkorb Blaichach im Naturpark Nagelfluhkette. Dass sich hier alles um die fleißigen geflügelten Helfer mit den gelb-schwarzen Streifen dreht, wird schon auf den ersten Blick klar. Das Thema Biene spiegelt sich im rundum stimmigen Design des Hauses mit zwei neuen Ferienwohnungen und der eigenen kleinen Gastronomie in durchdacht platzierten Holzwaben wieder.

In der Gaststube zaubert die Familie Würz mit viel Transparenz im Hinblick auf regionale Lieferanten und die Zugabe des eigens produzierten Honigs in den Gerichten eine besondere Raffinesse auf dem Teller. Herzstück des Bienenkorbs sind die etwa 130 Bienenvölker und die hauseigene Imkerei. „Mit Führungen durch unsere Bienenwerkstatt und dem interaktiven Bienenlehrpfad wollen wir für den Schutz dieser äußerst wichtigen Lebewesen sensibilisieren“, sagt Markus Würz, und weiter: „Ohne die Bienen würden unsere Nutzpflanzen keine Früchte tragen und unsere Teller blieben leer. Wir machen auf ihre besondere Rolle im sensiblen Ökosystem aufmerksam und begeistern gleichzeitig mit unseren feinen Honigerzeugnissen, wie natürlichen Honigsorten, Propolis oder Honigbränden dafür, was diese Tiere alles leisten.“

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Ökohaus trifft Digital Detox

Der Erlenhof in Bad Hindelang - Allgäu:

In Bad Hindelang im Allgäu stört kein Klingeln, Vibrieren oder Piepen die Ruhe am Erlenhof. Dafür sehen und atmen die Gäste im neuen, in ökologischer Bauweise errichteten Holzhaus, ausschließlich unbehandeltes Holz aus dem eigenen Wald der Familie Gehring. Dieses wurde übrigens unter Berücksichtigung der Mondphase selbst von den Gastgebern geschlagen und verarbeitet. Schadstoffe, sowie Wlan wurden beim Bau des modernen Holzhauses konsequent außen vor gelassen und auf Metall so weit wie möglich verzichtet.

Währenddessen sorgen das klare Design ohne Schnickschnack und gedeckte Farben dafür, dass sich Auge und Geist erholen. Gleichermaßen darf die Natur auch in der Landwirtschaft am Erlenhof ihrem natürlichen Rhythmus folgen. „Der Mensch sollte nur in geringen Maß und wo es unbedingt nötig ist in die natürlichen Abläufe eingreifen“, so die Überzeugung der Familie Gehring. „Deshalb wachsen unsere Kälbchen artgerecht bei ihren Müttern auf und trinken die für sie bestimmte Muttermilch, ehe sie nach drei Monaten in den „Kälber-Kindergarten“ kommen und mit Gleichaltrigen auf der Alpe aufwachsen.“

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Mit der Kraft der Sonne zu gesunden Lebensmitteln

Der Ferienhof Scheckenbauer in Höttingen - Fränkisches Seenland:

Eine Landwirtschaft zum Miterleben und gesunde, selbst produzierte Lebensmittel bilden sowohl die Lebensgrundlage der Familie Kahn am Ferienhof Scheckenbauer, als auch das Urlaubserlebnis für Feriengäste. Auf dem von Naturland zertifizierten Betrieb züchten sie Schweine und Hühner nach strengen biologischen Vorgaben und erzeugen Produkte aus ökologisch kontrolliertem Anbau. Die Kahns setzen dabei auf Nachhaltigkeit und die Selbsterhaltungskraft der Natur. Deshalb entspricht die Nutztierhaltung und der traditionelle Ackerbau dem natürlichen, biologischen Kreislauf und ist Teil der regionalen Wertschöpfung. Und das schmeckt man auch: Kostbarkeiten wie Eier, Nudeln, Dinkelmehl und Getreide aus eigener Herstellung und sind im hauseigenen Hofladen erhältlich.

Ebenfalls nicht weit gereist sind regionale Produkte wie Bauernbrot, Kartoffeln und Frankenwein von kleinen Partnerbetrieben, die das Sortiment ergänzen. Doch womit steht und fällt eine funktionierende Landwirtschaft? Die Leidenschaft der Landwirte mag essentiell für den Erfolg sein, doch auch die nützt ohne Energie wenig. „Über unsere Dachflächen produzieren wir eigenen Strom durch die Kraft der Sonne. Gerne erklären wir Urlaubern wie dieser nicht nur unseren gesamten Betrieb versorgt, sondern auch ins regionale Netz eingespeist wird“, sagt Familie Kahn. 

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E-Mobilität auf dem Bauernhof

Der Frienhof Grünsink in Weßling - Starnberg Ammersee:

Im Hinblick auf die Infrastruktur stellt man sich gerade auf dem Land vielerorts die Frage, wie die Mobilitätswende gelingen kann. Sowohl im Alltag, als auch für die Fahrt in den Urlaub sind immer noch viele auf das Auto angewiesen. Wer sich bereits für ein Elektro-Auto entschieden hat, verbringt oft viel Zeit mit der Suche nach Ladestationen. Deshalb stehen am Ferienhof Grünsink bereits alle Zeichen auf Zukunft. Wer den Familienbauernhof am Ortsrand von Weßling erreicht, schließt die elektronische Familienkutsche gegen eine kleine Gebühr einfach an der hofeigenen Ladestation an. Die wird von der Photovoltaikanlage mit sauberer Energie versorgt.

Derweil erreichen Urlauber alle möglichen Ausflugsziele mit dem öffentlichen Nahverkehr, mit den E-Bikes, für die Familie Ostermair kostenlose Ladepunkte am Hof eingerichtet hat, oder ganz klassisch zu Fuß. „Innerhalb von zehn Minuten erreicht man fußläufig den wunderschönen Weßlinger See, alle Einkaufsmöglichkeiten hier im Ort und die S-Bahnstation Weßling mit direktem Anschluss in die Münchner Innenstadt“, erzählen die Gastgeber. Dabei lässt es sich auch gut auf dem Bauernhof aushalten: Von Mai bis Oktober grasen Pensionsrinder auf den umliegenden Weiden und die Katze, Ziegen, Alpakas und Hühner freuen sich jederzeit über Gesellschaft.

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Autofreier Urlaub in Erding

Der Döllelhof in Erding - Münchner Umland:

Ein Bauernhof mit direktem Anschluss an in der Stadt? Dass eine Landwirtschaft nicht zwingend einen Einödhof benötigt, beweist der Döllelhof in der altbayerischen Herzogstadt Altenerding. Urlauber müssen trotzdem nicht auf das die Nähe zur Natur und Landromantik verzichten. Durch die Lage direkt am malerischen Stadtpark Erding, der mit viel Platz zum Spielen und Entspannen im Grünen und dem abenteuerlichen Wasserspielplatz am Flüsschen Sempt lockt, lässt sich Landurlaub mit allen Vorzügen der charmanten Altstadt verbinden.

Mit urigen Gasthöfe, netten Läden und Eisdielen liegt sie nur gemütliche 15 Gehminuten entfernt. Die beliebte Therme Erding erreicht man in nur 20 Minuten zu Fuß. Und die nahegelegene S-Bahn bringt Urlauber in rund 30 Minuten zur Shoppingtour in die bayerische Landeshauptstadt München. Wer sich also für Urlaub auf dem Döllelhof entscheidet, kann das Auto getrost stehen lassen. „Zumindest kann man sich überlegen, wofür man wirklich ein Auto braucht und was sich auch auf anderem Weg erledigen lässt“, sagt Familie Baumgartner, und weiter: „Dass man bei uns auch komplett ohne auskommt, regt Gäste zum Nachdenken darüber an, wie das Auto auch im Alltag öfter stehen bleiben könnte. Vielen tut die Entschleunigung sehr gut.“ 

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